Islam

Das Wort Islam bedeutet „Ergebung in Gott“. Die Anhänger dieser Religion, die Moslems oder Muslime („die den Islam angenommen haben“), unterwerfen sich dem Willen Allahs. Das Wort Allah ist arabisch und bedeutet „der Gott“. Die Moslems sehen ihren Glauben als letzte, endgültige Offenbarung Gottes an die Menschen an. Wer diesem Glauben folgt, auf den wartet das Paradies.

Begründet wurde der Islam von Mohammed, der um 570 n. Chr. In der arabischen Stadt Mekka geboren wurde. Im Alter von 40 Jahren sah er sich vom Erzengel Gabriel im Auftrag Gottes zum Propheten berufen. Da seine Verkündigung in Mekka zunächst auf Widerstand stieß, zog er 622 mit seinen Anhängern nach Medina. Mit diesem Ereignis, der „Hidschra“, beginnt die Zeitrechnung des Islam. 630 kehrte Mohammed nach Mekka zurück und zerstörte dort alle Götzenbilder. Alle Einwohner bis auf vier nahmen den Islam an.

GLAUBENSBEKENNTNIS

Die islamischen Lebensregeln gründen sich auf das Glaubensbekenntnis:
la ilaha illa-illah; muhammad rasulu-ilah“ – „Es gibt keine Gottheit außer Allah; und Muhammad ist sein Gesandter.“
Das sind die ersten Worte, die einem Kind nach der Geburt ins Ohr geflüster werden, und die letzten, die ein Muslim im Sterben haucht. Alle alle anderen Lehren sind diesem Bekenntnis untergeordnet.
Jeder, der das Bekenntnis vor Zeugen ausspricht, ist damit zum Islam übergetreten. Der Muezzin (Gebetsausrufer) verkündet es, wenn er die Gläubigen zum Gebet ruft. Jeder gläubige Muslim betet es täglich viele Male. Man betet es bei der Beerdigung, damit dem Toten das Leben im Paradies geschenkt wurde.

GEBET

Es gibt fünf Gebetszeiten, denen rituelle Waschungen vorausgehen: morgens, mittags, nachmittags, abends und nachts. Vor dem Gebet werden Kleidung und Körper gereinigt. Zum Gebet selbst wird auch ein reiner Platz benötigt. Man legt Matten oder Teppiche aus, wo man sich gerade befindet. Am Freitag betet man gemeinsam in der Moschee. Dort zeigt eine Nische in der Wand die vorgeschriebene Gebetsrichtung nach Mekka an.
Beim Gebet ist jede Haltung des Körpers, der Hände und jedes Wort festgelegt. Die Gläubigen stellen sich in Reihen auf, an der Spitze der Vorbeter. Das Gebet wird vom Beugen des Oberkörpers, von Knien und Niederwerfen begleitet.

PFLICHTABGABE

Zur Pflicht, Almosen zu geben, gehört es, seinen Besitz mit Armen, Schuldnern, Bedürftigen, Gefangenen und Reisenden zu teilen. Im Koran ist mehr der innere Wert des Gebens als die Menge der Gabe bedeutend. Jeder der Muslim, dessen Einkommen ein festgesetztes Maß übersteigt, hat jährlich 2,8% bis 10% davon für bedürftige Mitbürger zur Verfügung zu stellen. In einigen islamischen Ländern erhebt der Staat die Pflichtabgabe, ansonsten muß der einzelne die Verpflichtung selbst erfüllen. „O ihr, die ihr glaubt, vereitelt nicht eure Almosen, indem ihr auf euer Verdienst pocht..., gleich dem, der sein Vermögen spendet, um von den Menschen gesehen zu werden.“ (Sure 2, 264)


FASTEN

Während des Fastenmonats Ramadan muß sich der Muslim – solange es hell ist – jeglicher Speise und jeglichen Getränks enthalten. In mehrfacher Hinsicht ist dies die sichtbarste Gemeinsamkeit aller Muslime. Das Fasten führt dazu, dass sich das Leben wandelt: Der Lebensrhythmus verlangsamt sich, man findet mehr Zeit zum Nachdenken, gesellschaftliche Beziehungen werden gepflegt, Versöhnungen gefördert, und die soziale Gemeinschaft wird betont. Die Besuche in der Moschee nehmen ebenfalls zu. Die grundsätzliche Absicht des Fastens ist die Danksagung. Während des Ramadan beschränken die Muslime sich selbst und geben das Eingesparte als Almosen an die Armen.


PILGERFAHRT

Mehr als eine Million Muslime pilgern jedes Jahr nach Mekka. Beim Besuch der Stadt wird das wichtigste islamische Heiligtum, die Kaaba, sieben Mal umschritten. Die Pilgerfahrt zeigt die weltweite Zusammengehörigkeit der Muslime. Die Gläubigen pilgern ohne Unterschied der Sprache, der Länder, der Geschlechter und der Schichten nach Mekka. Alle treffen sich in vollkommener brüderlicher und schwesterlicher Gleichheit. Sie leben zusammen in der Wüste, verrichten gemeinsam ihre religiösen Pflichten und tragen die gleiche weiße Kleidung. Sie beschäftigen sich in Gedanken mit Gott.